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Nie wieder ist JETZT! - Kundgebung für Demokratie und Vielfalt am 03.02.2024

Nie_wieder_ist_jetzt
Nie_wieder_ist_jetzt

Letzten Samstag versammelten sich Menschen aus allen Lebensbereichen, von allen Altersgruppen und Hintergründen im Kappelner Nordhafen, um eine Botschaft zu senden: "Nie wieder ist jetzt". In einer eindrucksvollen Demonstration gegen rechte Ideologien und Diskriminierung haben wir gemeinsam ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Gerechtigkeit gesetzt. Ein großes Dankeschön an alle, die dabei waren!


Lesen Sie hier die Redebeiträge:

Joachim Stoll, Bürgermeister

Liebe Alle, die Ihr hier seid,
um ein starke Zeichen zu setzen und deutlich zu machen, für welche Werte die Mehrheit unserer Gesellschaft steht –wofür wir stehen:

für Toleranz und Achtung, für Vielfalt und Unterschiede, für Gemeinsamkeit und Offenheit,

für unsere demokratische Grundordnung, für die wir einstehen, die wir als hohes Gut schützen und für die wir, wenn nötig, auch kämpfen werden.
Denn diese scheinbare Selbstverständlichkeit ist eben dies nicht: selbstverständlich und selbsterhaltend.

Zum einen wird unsere Demokratie diffamiert, angegriffen und offen abgelehnt von politischen Parteien, von deren Lautsprechern und von Mitbürger*innen / Wähler*innen, die diese Demokratiefeindlichkeit mindestens billigend in Kauf nehmen, wenn nicht sogar  unterstützen: mittlerweile rd. 20 %.

Zum anderen lebt unsere Demokratie eben vom Mitmachen – und die Gefahr ist …
die Gleichgültigkeit, das nicht Stellung zu beziehen, wenn die Kollegin, der Nachbar, der Fahrgast neben dir im Bus oder im Laden, Sprüche macht gegen People of Colour, gegen geflüchtete Menschen, Menschen mit Behinderungen oder andere Merkmale die als abweichend und damit geringerwertig diffamiert werden, 
die Gleichgültigkeit, wenn abwertende Sprache einfach hingenommen wird es sind eben geflüchtete Menschen, nicht Flüchtlinge, es sind nicht Flüchtlingsströme, es sind viele Menschen auf der Flucht wenn Sprache zu Werkzeug und Waffe wird gemeint ist Deportation, wenn Remigration gesagt wird;
mit diesem Unwort ist das Prinzip der Verharmlosung, Verschleierung und Technisierung von Sprache endlich für alle erkennbar geworden – ein Prinzip, dass die Nationalsozialisten bereits vor 90 Jahren genutzt haben – und an dem man sie erkennen kann.
Dieser Begriff hat den Bann der Gleichgültigkeit gebrochen und gezeigt, dass die politischen Extremisten im bürgerlichen Gewand es eben doch erst meinen – und hat uns auf die Straße gebracht!
bleiben wir also auf der Straße: hier das nächste Mal am 24. Februar zum 2. Jahrestag des Angriffs von Putins Armee auf die Ukraine

  • beziehen wir Stellung, diskutieren und streiten wir
  • gehen wir wählen, anstatt Wahlen den Extremisten zu schenken: das nächste Mal bei der Europawahl am 9. Juni
  • es sind nicht „die da oben“, die eh machen was sie wollen. Es sind wir selbst, die wählen oder sich wählen lassen.

Machen wir es anders, als Ungarn, Italien und die Niederlande, wo Parlamente erobert und demokratische Institutionen ausgehöhlt werden. Die politischen Extremisten bieten keine Lösungen an. Sie bieten nur die Projektionsfläche für Unzufriedenheit.

Dies ist aber auch ein Appell an die demokratischen Parteien, die politische Kultur zu verändern:

  • die Gefahr nicht im politischen Wettbewerb, sondern im Gegner der Demokratie zu benennen
  • uns Lösungen anzubieten
  • uns aber auch unangenehme Wahrheiten zuzumuten und klar zu machen:
    wir müssen uns den globalen Herausforderungen, die uns hier zu Hause betreffen stellen; müssen in vielen Bereichen raus aus unseren Gewohnheiten und Komfortzonen

wenn das immer Wählerstimmen zugunsten der Extremisten kostet, hat die Demokratie keine Chance.
Das und noch viel mehr gehört zu einer funktionierenden Demokratie – ein herausforderndes System: aber ein besseres für unsere Werte gibt es nicht!

Bente Reimer, Bürgervorsteherin

NIE WIEDER IST JETZT

Wow!
Kappeln ist bunt und es ist so schön, euch Alle hier begrüßen zu dürfen.

Heute wollen wir ein gemeinsames Zeichen setzen. Zeigen, dass wir nicht vergessen haben, was damals passiert ist. Wir wollen laut sein, damit auch die Politik uns hört und merkt, dass sie so nicht weitermachen kann, dass sie diesem Rechtsruck etwas entgegen setzen muss.

NIE WIEDER IST JETZT!
Und wir werden diese Botschaft weiter tragen, so laut wir können, so friedlich und vielfältig, wie wir hier heute sind.

Lasst uns gemeinsam kämpfen gegen Rechtsextremismus, gegen Ausgrenzung, gegen Fremdenfeindlichkeit und
für eine gute, vielfältige und gelebte Demokratie in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt.

Ich bin beeindruckt von diesem bunten und schönen Bild hier vor mir.
Danke, dass ihr dabei seid.

Eine große Bitte habe ich jetzt noch an euch:
Demokratie fängt mit Wahlen an! Bitte geht zur Wahl! Das ist das erste wichtige Zeichen gegen RECHTS.
Das höchste Gut, für das Generationen vor uns gekämpft haben! Macht mit und setzt ein Zeichen am 9. Juni für ein freies und offenes Europa. Danke!

Zum Schluß möchte ich mich bei Frau Schmagold-Trochau und ihrem gesamten Orga-Team bedanken. Toll, was
Sie hier heute auf die Beine gestellt haben.

Gemeinsam erleben wir jetzt ein buntes Kappeln, das niemals vergessen wird, denn
LIEBE IST KRASSER!

Herzlichen Dank!


Vielen Dank auch an Janine Scoblin, Inhaberin der Agentur la nordisch vita aus Dörphof, die Ihr Video von der Veranstaltung mit uns geteilt hat. 

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© Janine Scoblin