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Naturschutzinitiative in Kopperby an der Schlei: Rinder sollen bei der Wiederherstellung von Salzwiesen helfen

Pressemitteilung:

Naturschutzinitiative in Kopperby an der Schlei: Rinder sollen bei der Wiederherstellung von Salzwiesen helfen


In Kopperby steht unmittelbar an der Schlei nördlich des Spielplatzes am Uferweg der Bau eines Weidezaunes bevor. Die Stadt Kappeln als Flächeneigentümerin und der Naturpark Schlei planen die Einrichtung einer Weidefläche, auf der 2 Rinder aktiv dazu beitragen werden, das Schilf zurückzudrängen und eine artenreiche Salzwiese mit Vorkommen besonderer, teilweise stark gefährdeter Pflanzenarten (wie z.B. Salzbunge oder Wiesen-Wasserfenchel) wiederherzustellen.

Die ca. 1 ha große Fläche liegt im Vogelschutzgebiet der Schlei sowie im FFH-Gebiet (einem Schutzgebiet nach EU-Recht) und dient damit dem Schutz von europaweit selten gewordenen Arten und Lebensräumen. Sie wurde bis vor einigen Jahrzehnten über einen sehr langen Zeitraum beweidet, was die Preußischen Landesaufnahmen von 1880 belegen. Seitdem ist die Fläche jedoch aus der Nutzung gefallen, Schilf und Gehölze wuchsen auf und verdrängten die angepassten Salzgrünlandarten. Denn unter Beweidung können hier seltene Pflanzarten wachsen, wie die Salz-Bunge (Samolus valerandi) und der Wiesen-Wasserfenchel (Oenanthe lachenalii); beide Arten sind stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste.

Nun konnten über Jan Blanke von der Lokale Aktion des Naturparks Schlei Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein beschafft werden, um einen Weidezaun zu bauen und Galloway-Rinder als Landschaftspfleger einzusetzen. Für die Beweidung konnte ein Nebenerwerbslandwirt aus Kopperby gewonnen werden, welcher bereits Flächen im Ortsteil mit Galloways beweidet.
Die urigen und friedfertigen Robustrinder werden nicht nur in die nassen Bereiche gehen und dort als Rasenmäher agieren, sondern auch aufwachsende Gehölze verbeißen, die ansonsten den Blick auf die landschaftsprägende Schlei beeinträchtigen würden. Durch diese Herangehensweise wird nicht nur die Biodiversität gefördert, sondern auch die charakteristische Schönheit der Schleiwiesen bewahrt.

Jan Blanke vom Naturpark Schlei betont: „Diese Maßnahme zielt darauf ab eine Jahrhunderte alte Tradition von Landnutzung fortzusetzen, die unsere Schleiregion landschaftlich geprägt hat und bis heute charakterisiert. Es handelt sich bei der Maßnahme also nicht nur um Artenschutz, sondern auch den Erhalt unserer besonders reizvollen Kulturlandschaft an der Schlei“.
Die Planung dieser Maßnahme erfolgt dabei in enger Zusammenarbeit mit Morwenna Severon von der Bauverwaltung der Stadt Kappeln. Gemeinsam wurden u.a. Anwohner befragt, Begehungen durchgeführt und die Maßnahmen mit den Behörden abgestimmt.

Morwenna Severon von der Stadt Kappeln betont: „Wir freuen uns sehr über die gute Zusammenarbeit und dass die Galloways die FFH-Gebietsfläche in Kopperby bald wieder in eine wertvolle und landschaftlich ansprechende Salzwiese verwandeln werden. Hoffentlich werden sich dann hier wichtige Tier und Pflanzenarten ansiedeln können. Durch die Beweidung kann ein Trampelpfad nicht mehr genutzt werden; der Zugang zum Strand beim Spielplatz bleibt aber bewusst erhalten. Die Hunde aber bitte unbedingt anleinen und von der Weidefläche fernhalten.“

Die Planung und der Bau des Weidezaunes werden dabei über das Umweltministerium (MEKUN) sowie die Europäische Union gefördert.


Für weitere Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Jan Blanke
Lokale Aktion Naturparks Schlei
j.blanke@naturparkschlei.de
04621 85005130

oder 

Morwenna Severon
Bauverwaltung Stadt Kappeln
04642 18347
Morwenna.severon@stadt-kappeln.de